Archiv für Kategorie ‘Erinnerungen’

8-Bit zum Feierabend – Dubmood

Hell yeah. Immer kann ich sowas nicht am Kopp haben, aber phasenweise steh ich total auf so richtig schön abgefahrenen 8 Bit-Sound. Und grade die Truppe um die Jahtari Riddim Force find ich extrems geil.

Hat auch den Background, dass wir das vor 2 Jahren auf dem Reggae Jam Sonntag Nachts auf dem Zeltplatz noch volle Möhre aus dem Ghettoblaster haben dröhnen lassen. Nach 4 Tagen voll mit Love, Peace & Harmony Roots-Reggae war das eine sehr willkommene Abwechslung. Nicht für alle, zugegeben, viele “Passanten” waren auch leicht angenervt, aber mindestens genau so viele gingen total drauf steil.

Und deswegen hab ich grad bei dem Tune immer das schöne Bild vor Augen wie wir, eine Horde kaputter aber glücklicher Festival-Überlebender, des Nachts ausgelassen um eine leierige Boombox hüpfen. Herrlich.

Abgesang auf “The White Stripes”

The White Stripes

Gestern, am 02.02.2011,  verkündeten Meg und Jack White auf der offiziellen Band-Homepage nach ca. 13 Jahren Zusammenarbeit das offizielle Ende der Band. Damit wird es in Zukunft keine neuen Songs und keine Live-Auftritte der White Stripes geben.

Irgendwie war es zwar abzusehen, immerhin wurde das letzte Album “Icky Thump” im Jahre 2007 veröffentlicht und  liegt damit schon ein paar Jahre zurück. Trotzdem finde ich die Auflösung persönlich sehr schade. Musikalisch bin ich zwar recht aufgeschlossen, mein Hauptinteresse liegt jedoch unbestritten in der Musik jamaikanischen Ursprungs. Sprich: Ska, Rocksteady, Reggae, Dub und Dancehall von den 1950ern bis heute.

Mit “Gitarrenmusik”, vor allem neueren Jahrgangs, kann ich im Allgemeinen recht wenig anfangen. Und genau hier waren die White Stripes die Ausnahme von der Regel. Schon beim Reinhören in die ersten Songs dachte ich nur:”Geiler Sound!”. Genau so hab ich mir die moderne Variante von gutem Rock’n'Roll vorgestellt. Schön minimalistisch nur mit Gitarre, Schlagzeug und Gesang, aber so unkonventionell und mit so viel Kreativität und Power dass es mich einfach mitgerissen hat.

Vor allem die Alben “The White Stripes”, “De Stijl” und “White Blood Cells” waren bei mir lange Zeit in der Heavy Rotation und halten bei meinem Last.fm Account die Fahne der Gitarrenmusik hoch.

Nicht zuletzt, weil die White Stripes meine absolute “Lernmusik” sind. Fragt mich nicht warum, aber immer wenn ich mich in den letzten Jahren auf eine wichtige Klausur oder Prüfung vorbereiten musste, war die Diskographie der White Stripes auf Dauerschleife der Soundtrack für die Nachtschichten. Die Musik pusht mich einfach und ist interessanterweise meiner Konzentrationsfähigkeit sehr zuträglich.

Naja. Was bleibt zu sagen außer:”Danke an die White Stripes” für 6 Alben und 13 Jahre gute, unkonventionelle und ehrliche Musik.”

Schade, dass meine große Hoffnung, mal einen Liveauftritt der White Stripes zu sehen, in absehbarer Zeit wohl nicht zu verwirklichen ist (das Pech hatte ich damals schon mit Kula Shaker..damn!).

Und hiermit schließe ich mit den Abschiedsworten von Meg & Jack White:

“The White Stripes do not belong to Meg and Jack anymore. The White Stripes belong
to you now and you can do with it whatever you want. The beauty of art and music is
that it can last forever if people want it to. Thank you for sharing this experience. Your
involvement will never be lost on us and we are truly grateful.”

Sincerely,
Meg and Jack White
The White

bildAttribution-NonCommercial-ShareAlike License by Dunechaser

P.S. Quasi alle wichtigen und sehr sehenswerten Musikvideos hat Nerdcore in diesem Post zusammengestellt.

The Rolling Stone: The White Stripes announce their break-up

Laut.de: Jack und Meg trennen sich

The Wii Didn’t Start the Fire – Eine musikalische Retrospektive der Videospiele

Leute, ich weiß, dass ist bestimmt der Repost eines Repost eines Repost. Aber ich kannte es tatsächlich noch nicht!

Pope Friction packt zu “We didn’t start the Fire”  einen kurzen Überblick über mittlerweile fast 50 Jahre Videospielgeschichte. Vom Konsolentüftler erster Stunde, Ralph Baer, über fast alle wichtigen Konsolenentwicklungen bis  zur 3-dimensionalen Zukunft wird alles erwähnt, was für Furore in der Videospiel-Geschichte gesorgt hat.

Könnt ja mal mitzählen, wie viele Konsolen und wegweisenden Games ihr in eurer Zockerlaufbahn so gedaddelt habt.

Ich persönlich habe konsolentechnisch als Knirps mit der wunderschönen Atari 2600 angefangen. Schön mit Fake-Holzfurnier, 4 Wege-Knüppel und einem Feuerknopf. Ultimative Highlights waren Pac-Man, Pitfall und Space Invaders. Mann, was ne Menge Spielspaß in diese kleinen Cartridges mit dieser mickrigen Grafik gepasst hat.

Konsole Atari 2600

Dann bin ich ziemlich schnell, nach einem langen Abstecher zum C64,  zum Computerzocker mutiert. Schön mit 486 DX 40  mit  Turboknopf. Später hab ich mir dann irgendwann, allein für Tekken 3, die erste Playstation geholt. Die original Xbox hab ich mir dann später günstig geschossen, vor allem wegen dem Xbox-Mediacenter, das per Softwarehack schon auf der Box drauf war.

Nach langer Abstinenz hab ich mir dann vor 2-3 Jahren eine Xbox 360 organisiert. Nachdem diese mir aber im letzten Jahr mit dem RRoD abgeraucht ist, bin ich ja jetzt seit einigen Monaten ziemlich zufriedener Besitzer einer PS3. Und dabei werd ich jetzt auch ne Zeit lang bleiben… wobei der Nintendo 3DS ja ganz schön faszinierend sein soll …hmmm…

Wie ist eure Zockerkarriere so verlaufen? Computer- oder Konsolenkind? C64 oder Amiga 500? Xbox oder Playstation?

Stöckchen: Persönlicher Jahresrückblick 2010

Die Feiertage sind nun vorbei. Ich hatte eine schöne Weihnacht und bin gestern im Kreise guter Freunde super ins neue Jahr gekommen. Den ersten Tag des Jahres verbringe ich auch, wie sich das gehört,  latent verkatert im Bett und nehme Gillys Jahresrückblicks-Stöckchen als Anlass auch mal ein wenig das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen.

Also, auf gehts zum Jahresrückblick 2010:

Vorherrschendes Gefühl für 2011?
(vorsichtiger) Optimismus und auch Aufbruchsstimmung in dem Sinne, dass ich beruflich und privat durchstarten kann und will.

2010 zum ersten Mal getan?
Eine IHK Abschlussprüfung geschrieben und bestanden und endlich nen Blog mit eigener Domain einrichten.

2010 nach langer Zeit wieder getan?
fällt mir spontan nichts ein.

2010 leider gar nicht getan?
Sport getrieben… :(

Wort des Jahres?
Wikileaks

Zugenommen oder abgenommen?
Ein paar Wohlstandspfunde sind leider dazugekommen.

Stadt des Jahres?
Bin nicht viel rumgekommen, aber ich sag mal Berlin, weil ich mich dort zur Zeit beruflich bewerbe.

Alkoholexzesse?
Check!

Davon gekotzt?
Nö.

Haare länger oder kürzer?
Nach nem relativ kurzen Schnitt zur Zeit wieder länger.

Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
So biologisch betrachtet? Weder noch, brauch (noch) keine Sehhilfe.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Da ich mehr verdient habe, natürlich auch mehr ausgegeben. Leider aber auch viele höhere “Pflichtausgaben”.

Höchste Handyrechnung?
Irgendwas um 30€.

Krankenhausbesuche?
Zum Glück nicht nötig, nein.

Verliebt?
Der Gentleman genießt und schweigt ;)

Getränk des Jahres?
Caipirovka bzw. Caipiroska. Hat mich erfolgreich über den heissen Sommer gerettet.Caipirovka und Ich

Essen des Jahres?
Thaifood.

Most called persons?
Bin eher Wenigtelefonierer. Keinen Plan.

Die schönste Zeit verbracht mit?
Jemandem bestimmten.

Die meiste Zeit verbracht mit?
Kollegas auf der Arbeit. Zwangsläufig.

Song des Jahres?
Gibts keinen speziellen. Bin im aktuellen Musikgeschehen auch nicht mehr so zuhause.

CD des Jahres?
Gleiches Problem wie beim Song. Gab dieses Jahr keine “Oh, die muss ich unbedingt haben”- CD.

Buch des Jahres?
Stephen King – Die Arena

Film des Jahres?
Für mich Inception. Mal wieder eine kreative neue Filmidee.

Konzert des Jahres?
Da ich es leider nicht zum Reggae Jam geschafft habe, gibts auch hier nichts Großartiges zu erzählen. Eek-A-Mouse hab ich Live gesehen, war schon ganz nett.

TV-Serie des Jahres?
Lie to me. Hatte für mich extrem hohes Suchtpotential.

Drei Dinge auf die ich gut hätte Verzichten können?
Auf den selbstgemachten Psychostress vor der Abschlussprüfung, die dutzenden Absagen auf Job-Bewerbungen und Probleme mit einem unzuverlässigen Paketlieferdienst hätte ich gerne verzichtet.

Nachbar des Jahres?
Wechseln ständig durch, aber die WG “von Oben” ist sehr nett und unkompliziert.

Beste Idee/Entscheidung des Jahres?
Endlich einen Blog unter eigener Domain zu betreiben. Hab nette Leute kennengelernt und vieles dazugelernt.

Schlimmstes Ereignis?
Kreislauftechnisch zusammengeklappt im Prüfungsstress. War nichts wirklich schlimmes, hat sich aber übel angefühlt.

Schönstes Ereignis?
Das Wort “Bestanden” auf dem Prüfungsbeleg zu sehen und den ganzen Stress abschütteln zu können.

2010 war mit einem Wort?
Standard.

Endlich Urlaub. Weihnachten ich komme

Hallo liebe Leserschaft.

Der Urlaubsantrag wurde ohne Meckern genehmigt, der letzte Monatsabschluß von der Perso ohne Beanstandung abgenickt und seit gestern Nachmittag Punkt 16.00 ist es soweit: Ich habe Urlaub!

Erfahrungsgemäß dauert es immer eine Weile, bis diese Erkenntnis tatsächlich in mein Bewusstsein durchsickert, aber es fühlt sich schon toll an zu wissen, dass man Montag tatsächlich nicht früh raus muss.

Aber so ganz ohne Nichtstun wird der Urlaub natürlich nicht verbracht. Wie einige vielleicht wissen, bin ich seit nun mehr ca 3 1/2 Jahren im Nürnberg im bayrischen Exil. Eigentlich sind meine Wurzeln tief in der niedersächsischen Tiefebene und dort im beschaulichen Emsland ist meine Familie auch noch zuhause.

Weihnachtskugel Frohe WeihnachtenUnd bei mir ist Weihnachtszeit auf jeden Fall auch Familienzeit. Somit werde ich mich voraussichtlich am nächsten Dienstag auf die ca. 620km lange Ochsentour quer durch die Republik machen, um meine Eltern mal wieder mit meiner Anwesenheit zu beglücken. Seitdem ich weiter von meinen Eltern weg wohne, sind die Abstände zwischen meinen Besuchen auch merklich länger geworden. Man hat wenig Urlaub, wenig Zeit und wenig Geld und die Strecke ist ein wenig zu lang um sie  ”mal eben” für ein Wochenende zu bewältigen. Daher haben die wenigen Gelegenheiten, zu denen die ganze Familie mal wieder im Elternhaus zusammenkommt, mittlerweile schon einen besonderen Stellenwert.

Ich kenne durchaus einige Leute, die Weihnachten nicht mögen. Die Familie nervt, die Städte sind verstopft und überall scheinheilige Harmonie und gute Laune. Früher konnte ich diese Stimmung sogar bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen. Auch bei uns in der Familie war Weihnachten nicht immer gleichzusetzen mit Harmonie und manchmal wurde es auch ein bisschen stressig/nervig. Trotzdem aber wurde jeden Heiligabend die traditionelle Bescherung abgehalten. Selbst wenn der jüngste Sprössling die 20 Jahre schon überschritten hat, ist es einfach selbstverständlich dass man im Zimmer wartet, bis ein Glöckchen die Ankunft des Christkindes verkündet. Dann geht es runter ins abgedunkelte Wohnzimmer, in dem der geschmückte Weihnachtsbaum steht und mit  Kerzen und Wunderkerzen ein warmes Licht verbreiten. Und die Geschenke gibt es natürlich erst, nachdem ein gemeinsames Weihnachtslied gesungen wurde. Ich kann nachvollziehen, wenn Leute es seltsam finden, mit “Erwachsenen” dieses Ritual noch so abzuhalten, aber ich finds irgendwie schön. Es mag sich kitschig anhören, aber so empfinde ich es gar nicht. Ich sehe das als kleine, vielleicht auch etwas spleenige, Familientradition, auf die ich mich mittlerweile regelrecht freue.  Ruhe, Entspannung, gutes Essen und (größtenteils) Harmonie, dass sind die Begriffe, die ich mit meinem familiären Weihnachten verbinde.

Vielleicht spielt die Geburt meines Neffen auch eine Rolle dabei. Seitdem der Kleine mit dabei ist, kann man zum einen Weihnachten mit all seinem Glanz, Glitter, den Süßigkeiten und Geschenken mal wieder durch die Augen eines begeisterten Kindes wahrnehmen. Und zum anderen kann es der Harmonie schon zuträglich sein, wenn der Kleine immer im Mittelpunkt steht und man sich selber auch mal unbehelligt zum Entspannen, Lesen und Fernsehen zurückziehen kann.

Aber abgesehen von der Familie ist Weihnachten natürlich auch die Zeit im Jahr, in der die langjährigen Freunde, mittlerweile auch in ganz Deutschland verstreut wohnend, auch den Weg in die Heimat schaffen. Und da ich dieses Jahr schon auf das traditionelle Festivaltreffen verzichten musste, freue ich mich umso mehr, die Leute mal wieder zu treffen und das vergangene Jahr mit Wein, Weib und Gesang ausklingen zu lassen.

Erfahrungsgemäß ist Weihnachten somit gar nicht so erholsam und geruhsam und in den letzten Jahren war ich nach dem Urlaub schon wieder urlaubsreif. Aber ich freue mich drauf.

Ich werde mein Notebook natürlich mitnehmen, immerhin hat es das Internet mittlerweile schon bis ins Emsland geschafft, aber ob ich viele Gelegenheiten habe meinen Blog zu pflegen, kann ich noch überhaupt nicht einschätzen.

Daher wünsche ich Euch allen an dieser Stelle, egal ob Weihnachtsfan oder -muffel, schöne Feiertage!

Macht je  nach eurer Stimmungslage das Beste daraus, lasst euch nicht nerven, verbringt die Zeit mit Familie und/oder Freunden und habt einen schönen Jahresausklang.

Weihnachtsbaum Familie

In diesem Sinne: Alles Gute!

Karsten

Blogparade: Welche war eure erste CD/Platte, die ihr von eurem eigenen Geld gekauft habt?

Bei Ricardas Blogblume läuft zur Zeit eine kleine aber feine Blogparade über die erste selbstgekaufte CD. Zu gewinnen gibt es explizit nichts, weil darum soll es ja bei Blogs eigentlich gar nicht hauptsächlich gehen (auch wenn der Nervenkitzel beim Gewinnspiel eine willkommene Abwechslung sein kann).

Nachdem ich Ricarda noch mal gefragt hatte, es geht explizit um die erste CD die von eigenem Geld gekauft wurde.  Damit fällt für mich schon mal das Album “Betty” von Helmet flach. Das hatte ich mir zwar von meinem Geld gekauft, allerdings damals noch als gute alte Musik-Cassette. Magnetband FTW!

Meine erste CD hab ich mir dann später gekauft, nachdem ich meinen “Ghettoblaster”, der modernerweise über einen Stereo-Chinch-Audioeingang verfügte, mit einem portablen Discman ins digitale Zeitalter katapultieren konnte. Und diese war die “Greatest Hits II” von Queen.

Album Cover Queen Greatest Hits 2

Queen war damals absolut eine meiner Lieblingsbands und ich fand es einfach herrlich die ganzen Klassiker auf einer CD ständig auf Knopfdruck parat zu haben und nicht ständig auf alten verrauschten Kassetten nach dem richtigen Lied spulen zu müssen. Dabei bin ich Queen auch tatsächlich einige Jahre treu geblieben, vor allem als ich in meiner späteren musikalischen Entwicklung die ersten Konzeptalben für mich entdeckt hab. Grade “Queen I” ist bis heute mein Lieblingsalbum, auch wenn ich erst viel später Zugang dazu gefunden habe. Das war sprichwörtliche eine Situation von “Kaufen – Schlecht finden – 5 Jahre im Schrank liegenlassen – Wiederentdecken – Begeistert sein”.

Bis jetzt haben übrigens ausser Ricarda nur der Nachtlagerist und ich mitgemacht. Also haut mal in die Tasten! Die erste eigene CD ist doch ein wichtiges Ereignis ;)

Selbstversuch Reizdeprivation

Wieder mal eine Übernahme aus dem alten Blog.

Nachdem ich in einem Buch über Gehirnwäsche auf verschiedene Möglichkeiten zur Reizunterdrückung gestoßen bin, habe ich mich einige Zeit damit beschäftigt. Nachfolgend die kurzen Aufzeichnungen von meinem ersten Selbstversuch:

Nachdem ich heute von dem sog.  Ganzfeld Experiment zur Induktion von Halluzinationen durch Reizentzug gelesen habe und sowieso grade durch die Lektüre von Streadfields dokumentarischen Aufzeichnungen über Gehirnwäsche von dem Thema angefixt bin, hab ich mich entschlossen, obiges Ganzfeld Experiment heute mal an mir auszuprobieren.
45 Minuten “Pink Noise” und 2 halbe Tischtennisbälle liegen bereit.
Ich bin gespannt.

Edit.
So. 45 Minuten bei Rauschen und mit Tischtennisbällen über den Augen. Davon werd ich aber kein Foto online stellen. Besondere Halluzinationen sind nicht aufgetreten, leichte Farbwahrnehmungen waren das Maximum. Was allerdings  eingetreten ist, war eine unglaubliche Entspannung und am interessantesten fand ich, dass die akustische Wahrnehmung dass weisse Rauschen ziemlich schnell ausgeblendet hat und teilweise durch andere Eindrücke ersetzt hat. So hab ich mehrfach geglaubt Musik statt Rauschen auf den Ohren zu haben.
Das wird auf jeden Fall wiederholt, war eine interessante Erfahrung.

Nachtragend kann ich sagen, dass ich obigen Versuchsaufbau noch unregelmäßig wiederholt hab, vor allem in Situationen in denen ich in ziemlichen Stress war. Manchmal bin ich eingeschlafen, meistens aber viel ich in eine Art Zwischenzustand zwischen Wachsein und Schlaf gefallen, in dem sich die subjektiv empfundene Zeit sehr verlängerte und sich ein überraschend tiefes Entspannungsgefühl einsetzte.

Erinnerungen

Ich habe, bevor ich ins WordPress-Lager gewechselt bin, schon einige Zeit einen kleinen harmlosen Blog geführt, in dem ich teilweise auch ein bisschen persönlicher geschrieben habe. Einige Beiträge gefallen mir noch immer ganz gut und ich habe mir gedacht, bevor die komplett im digitalen Rauschen verschwinden, übertrage ich meine Favoriten nach und nach hier in dieses Blog.

Und ich beginne mit Erinnerungen an meine Schulzeit:

Die meisten verkorksten Charaktere sehen den Ursprung ihrer Probleme bereits irgendwo in der Kindheit.
Ich nicht.
Ich hatte das, was man landläufig als “glückliche Kindheit” bezeichnet. Zumindest erinnere ich mich in dieser Form daran, wer weiß schon, was mein Unterbewusstsein so alles vor mir geheim hält.
Den schlechtesten Einfluss auf meinen Werdegang zu dieser Zeit hatte mit Sicherheit mein Klassenlehrer in der 3. und 4. Klasse und gleichzeitig Direktor der Grundschule.
Ein älterer, autoritärer, weisshaariger Mann der seine Schützlinge auch mal aus gegebenem Anlass mit Anekdoten aus dem 2. Weltkrieg unterhielt.
So verdanke ich ihm z.B. auch das Wissen, dass man vor einem abgeschossenen oder abstürzenden Flugzeug nicht in Flugrichtung wegrennen darf, weil man sowieso zu langsam ist und entweder direkt zermatsch oder bestenfalls von umherfliegenden Trümmern erwischt wird.
Richtig ist es, auf das abstürzende Flugzeug zuzurennen, weil es so über einen hinwegfliegt. Nur so hat man eine Chance der unweigerlichen Vernichtung zu entgehen.
Vielleicht nicht unbedingt das notwendigste Wissen für einen Grundschüler, aber wer weiss. Spätestens wenn ich das erste Mal einer abstürzenden Sopwith Camel lebendig enkomme, werde ich seinen Rat vielleicht mit anderen Augen sehen.
Das prägnanteste Bild jedoch, das ich noch von ihm vor Augen habe ist, wie er in der 3. Klasse vor uns sitzt, sich als Karikatur eines Affen am Kopf und unter der Achsel kratzt und uns erzählt: “So blöd wie ein Haufen Affen, das seid ihr ungefähr. Aber wir könnten ja nichts dafür. DBDDHKP. Doof bleibt doof da helfen keine Pillen.”
Das war meiner Erinnerung nach so ziemlich seine einzige Vorstellung von Grundschulpädagogik und -didaktik und hat mich wahrscheinlich entscheidend bei meinen späteren Problemen mit Autoritäten geprägt.
Ausserdem ist das wohl auch der Grund, warum ich mich kaum noch an meine Grundschulzeit aktiv erinnern kann. Warum auch. Die paar erniedrigenden Szenen in denen unser Lehrer uns unsere unheilbare Dummheit vorwirft und dabei einen Affen imitiert reichen mir als Beispielbilder voll und ganz.

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