Podcaster – die (mir) unbekannten Wesen

Ich muss mal kurz meinen Senf zu einem Medium abgeben, dass ich irgendwie viel zu wenig zu schätzen weiss: Dem Podcast.

Mir war bis vor kurzem gar nicht so bewusst, dass sich diese Form des Content bei immer mehr Leuten so großer Beliebheit erfreut. Das Prinzip des Audioboos oder Podcasts ist mir natürlich geläufig, aber irgendwie habe ich nie einen Draht dazu gefunden. Viele Leute finden es toll, mal eben schnell, spontan und ungefiltert ihren Gedankenfluss zu einem Thema „herunterzureden“ und durch güngstige Audio-Recorder oder entsprechend Smartphone-Apps ist man natürlich fast überall in der Lage seinen Salmon aufzunehmen und zu veröffentlichen. Entsprechend gibt es dann auch die Hörer, die vielleicht gerne lieber „nebenher“ einem Podcaster beim Quasseln zuhören als sich durch (schlimmstenfalls seitenlangen) geschriebenen Text zu kämpfen.

Prinzipiell finde ich es natürlich gut, dass sich über diesen Weg auch Leute im Internet mitteilen, die keinen Bock haben zu Tippen oder auf sonstigem Weg ihre Meinung zu verbreiten. Aber: Für mich ist das nichts. Weder aktiv noch passiv.

Immer häufiger hört/liest man auf Twitter und Facebook von den neuen, großartigen Podcasts. Wie lustig einige doch seinen und wie unverzichtbar es wäre, die zu hören.

Aber ich kann mich halt beim besten Willen nicht darauf konzentrieren. Ich bin auf der Arbeit täglich fast 8h damit beschäftigt zu kommunizieren und irgendwann habe ich halt auch ganz gerne mal meine Ruhe. Und zum Feierabend bevorzuge ich es eben, meine täglichen Feeds, Blogs usw. in Textform und in meinem Tempo zu lesen. Prinzipiell war ich immer schon ein sehr schneller Leser und kann auch gut „unrelevante“ Passagen überfliegen bzw. beim Lesen schon filtern, welche Informationen ich mir aus dem Text hole und was für mich uninteressant ist.

Lesen geht so für mich fast schon „nebenbei“ während ich bei einem Podcast immer das Gefühl habe, mich voll auf den Sprecher konzentrieren zu müssen. Wahrscheinlich wäre ich schon mit dem parallenen Zähneputzen überfordert. Und dafür, dass mir dann beim Zuhören nicht klar ist, ob überhaupt und wenn ja welche Informationen in dem Podcast lustig oder interessant für mich sind, tue ich mich schwer damit, dem soviel Aufmerksamkeit und ggf. Zeit zu widmen.

Ich schaffe es ja nicht mal, den bestimmt hochinteressanten und informativen „Alternativlos“ Podcast von Fefe und Frank Geekheim in Gänze durchzuhören. Auch wenn mich die Themen eigentlich interessieren, nach einigen Minuten schweife ich gedanklich ab, lese parallel irgendwas anderes und verliere dann vollkommen den Fokus.

Irgendwie finde ich es ja auch schade, dass ich mir deswegen auch die Podcasts auch von sehr geschätzten Twitter-Bekannten einfach nicht anhören kann. Aber lieber @der_Sema, verehrte @LinaMadita und @derBastard, nehmt es mir nicht übel: Podcasts sind einfach nicht mein Medium.

  1. ich kann dich verstehen, es geht mir ziemlich ähnlich. podcasts funktionieren für mich nur auf eine einzige art: im auto!

    schicker kann man sich beim langweiligen ‚imstaustehen‘ nicht gedanklich ablenken und bei 2x45minuten täglich ein echt guter zeitvertreib!

      • admin
      • Mai 16th. 2011 7:10pm

      Lustigerweise hab ich mir kurz nach dem Schreiben überlegt, dass das Auto der so ziemlich einzige Platz ist, an dem ich mich auf nen Podcast konzentrieren könnte. Da mach ich nämlich, wenn überhaupt, auch nur Deutschlandfunkt o.ä. an. Oder ein Hörbuch. Aber ich hab ja eh kein Auto 😉

  2. Ich hab kein Problem damit, wenn Leute sich da nicht konzentrieren können. Geht mir nicht anders. Ich höre bewusst auch nur im Auto oder aber morgens am WE. Ansonsten schafft mein Kopf das irgendwie nicht.
    ABER: mir macht das Podcasten Spaß, weil ich einfach eine Quasseltasche bin. Ich kann besser (oder zumindest schneller) reden, als entsprechenden Text zu schreiben. :-)

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